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Eringerfeld

Historische Gebäude

Von der alten Gaststätte „Zum Krug“

Anton Bress, Oktober 2020

Das frühere Gasthaus heute: schlichtes Wohnhaus mit dunklem Satteldach an der Straßenecke

Die Geschichte dieses Gasthofes ist lang. An diesem Ort befand sich bis 1803 ein Schlagbaum an der Straße nach Steinhausen. Die Landesgrenze zum Fürstbistum Paderborn befand sich kurz hinter der Schledde und hier wurden Zollabgaben erhoben.

Als 1803 die Fürstbistümer aufgehoben wurden, kamen das Herzogtum Westfalen und das Fürstbistum Paderborn zum Großherzogtum Hessen. Das Haus mit Garten erwarb der letzte Steuereinnehmer Heinrich Delion. Er bewohnte es mit seiner Mutter und betrieb die Gaststätte „Zum Krug“.

1827 verkaufte er Haus und Garten an Engelbert Matthias Freiherr von Hörde zu Schwarzenraben. Der Freiherr ließ das Haus abbrechen und an gleicher Stelle das heutige Gebäude errichten. Das neue Haus wurde Försterei und Wohnhaus der Familie Christoph Kneer, der als Forstaufseher und Jäger des Freiherrn tätig war. Dem Sohn Josef Kneer, Nachfolger seines Vaters, diente das Haus als Försterei bis zu seinem Umzug in die neue Forstrentei. Das Haus wurde Wohnung eines Revierförsters bis 1934.

Schwarzweiße Postkarte des efeuüberwachsenen Gasthauses mit der Bildzeile „Eringerfeld über Rüthen (Möhne) – Erholungsstätte zum Krug“
Aufnahme aus dem Jahre 1940

Das alte Forsthaus wurde an Bernard Farke, einen gebürtigen Eringerfelder, verpachtet. Gleichzeitig übernahm er die Poststelle, welche bislang von der Oberförsterei betreut wurde. Ab 1938 eröffnete Bernard Farke mit seiner Frau Josefa die Gaststätte „Zum Krug“. Nach dem Krieg wurden Haus und Garten sein Eigentum.

Neben der alten Gaststätte eröffnete Sohn Werner Farke am 1. Dezember 1976 ein neues Gasthaus mit Pensionsbetrieb mit dem Namen „Zum Schloßkrug“. Das alte Gasthaus wurde nun als Wohnhaus genutzt.

Farbige Aufnahme des Gasthauses mit den Schildern „Gaststätte Krug“ und „Poststelle“, davor ein Zaun und abgestellte Fahrräder
Das Haus als Gaststätte und Poststelle – ohne überlieferte Datierung.

Quellen

Geseker Heimatblätter 1999, Nr. 428, S. 207, Eringerfelder Krug-Geschichten von Karl-Josef v. Ketteler

Mündliche Angaben Werner Farke

Verfasser: Anton Bress, Oktober 2020

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